Montag, 15. November 2010

Räuchern mit Kräutern und Harzen

Altes Brauchtum im Pinzgau

Räuchern - dem Duft der Stille lauschen
(Per Fumum – Durch den Rauch)


Räuchern im Jahreskreis

Zu allen Zeiten war es den Menschen besonders wichtig, zu ganz bestimmten Anlässen im Jahr zu räuchern. Es war ein Ausdruck des Respekts, der Bitte und des Dankes an die Naturkräfte die, die Geschichte lenkten. Räucherungen kannten alle Kulturen - der Mensch wußte immer, dass der Rauch bestimmter Pflanzen, Blätter oder Harze eine energetische Reinigungswirkung hat.
Bei uns ist das Räuchern vor allem durch die Kelten verwurzelt. Schon vor Jahrhunderten haben sie bei allen Festen, aber auch bei Krankheiten und Reinigungen geräuchert. Die Rauhnächte bei denen vor allem geräuchert wird verdanken ihren Namen ursprünglich dem Räuchern: " Das Wort kommt eigentlich von den "Rauchnächten" - Ausräuchern der Räume eines Hauses. Mit der Zeit ist das "ch" verloren gegangen und so sprich man jetzt von Rauhnächten.

Bei Betrachtung des Jahresrades ist das Räuchern in der dunklen Jahreshälfte viel näher als in der hellen. Geräuchert wird verstärkt in der Zeit, wenn das Licht schwächer wird, die Herbststürme brausen und die Nebel steigen, bis hin zu den stillen schneeverwehten oder glasklaren Winternächten. Wenn die getrockneten Kräuter, in Büschel gebunden, warten auf ihre Anwendung. Die Rauhnächte in denen geräuchert wird sind die zwölf Tage zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Jänner. (Jede Nacht steht für 1 Monat im Jahr)

Vor allem im ländlichen Raum ist es immer noch Brauch am Heiligen Abend, zu Silvester und am Dreikönigstag mit einer Räucherpfanne durchs Haus und über den Hof zu gehen, und für Reim(Glück) Fruchtbarkeit und Segen zu bitten.

Ein kleiner Auszug von Räucherkräutern:

Alantwurzel: reinigend, keimtötend, Sonnenträger; bringt Sonne ins Herz
Baldrianwurzel:  Für gute Träume und stärkt das Innere Auge
Beifuss: Räucherklassiker; wird traditionell für Reinigungs, Schutz- und Segensräucherungen verwendet
Fichte und Tanne: Klären den Geist und die Atemluft; altes Winterräucherwerk
Kalmuswurzel: Stärkt die Nerven
Kamille: Vermittelt Geborgenheit und Wärme
Lärchenharz: für Glücksräucherungen
Lavendel: klärender und reinigender Duft
Majoran: erfreut das Herz, vertreibt Missmut
Minze: Erfrischend und belebend
Salbei: Klärend und reinigend
Ysop: Reinigend und desinfiziered, auch geistig klärend und die innere Einstellung festigend

Einfach mal ausprobieren?
Ganz einfach: Eine Feuerfeste Schale oder eine Pfanne mit ein wenig sauberen Sand füllen
und eine noch glühende Holzkohle vom Kamin nehmen oder einfach ein Stück Räucherkohle (gibts im Reformhaus) anzünden, ein wenig warten bis sich etwas Asche gebildet hat und die getrockneten Kräuter zwischen den Fingern verreiben und daraufstreuen. (nicht zuviel, lieber öfter was nachstreuen) Es bildet sich sofort ein duftender Rauch. Für den Anfang eignen sich am besten Minze, Rosmarin. Melisse, Salbei oder Lavendel.
Bei Harzen oder Weihrauch ist es besser diese fein zu reiben oder im Mörser zu zerstampfen. Natürlich kann man auch Mischungen machen:

Für wohlige Winterabende:  1 Teil Ysop, 1 Teil Muskatellasalbei, einige Rosenblätter, 2 Teile Lavendel, 1 Teil Benzoe (Harz)

Licht für das Haus:  je 1 Teil Salbei, Beifuß, Wacholder (Beeren und Nadeln), 1 Teil Engelwurz (Samen und Wurzel) Thymian, Fichtenharz, Johanniskraut

Ich wünsche Euch allen etwas Zeit um dem Duft der Stille zu lauschen
Eure Mandelmakronentorte
vom Landhotel Gut Sonnberghof

Interessante Links:
http://www.wildkraeuterei.at/raeuchern/index.html
http://www.perfumum.at/raeuchern.html
http://www.mooshex.de/raeuchern.htm

1 Kommentar:

  1. Ein interessanter Beitrag rund um das Räuchern was ich so noch nicht wusste.

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